Hilfestellung für Flüchtlinge in Serbien

Der Flüchtlingsstrom in Europa steigt weiter an. Weil es auf der vielbereisten Balkanroute liegt, ist Serbien eines der hauptbetroffenen Länder. Besonders die Stadt Belgrad steht bezüglich der Erstversorgung der Ankommenden täglich unter enormen Druck. Die Flüchtlinge sind müde, hungrig und können häufig aufgrund von Sprachbarrieren die hilfeanbietenden Einrichtungen nicht aufsuchen. Das von ADRA unterstützte Infocenter in Belgrad bietet neben Schutz und Erstversorgung auch wichtige Informationen und vernetzt die Flüchtlinge mit anderen Einrichtungen. 

Serbien war bisher das einzige Land, welches jedem Asyl gestattet hat, egal ob durch Erst- oder Wiederaufnahme. Andere europäische Länder verfahren nicht nach diesem Prinzip, deshalb steigt die Zahl der Flüchtlinge in Serbien stets. Immer weniger nehmen ihre geplante Weiterreise auf. Aufgrund des Rückübernahmeabkommens werden viele Menschen von anderen Ländern nach Serbien zurückgeschickt. Durch die langen und anstrengenden Reisen sind die Flüchtlinge erschöpft oder krank. Der Mangel an Informationen und Sprachkenntnissen macht es ihnen nur schwer möglich, ärztliche Einrichtungen aufzusuchen. Aus Angst, zurück in die Heimat geschickt zu werden, besitzen viele keine Papiere um sich auszuweisen, was unter anderem von Schleppern ausgenutzt wird. Gegen Bezahlung versprechen sie den Betroffenen, sie illegal über die Grenze nach Ungarn zu transportieren. Auch Zivilpolizisten nutzen die fehlenden Papiere zum eigenen Vorteil. Nach dem Gesetz müsste die Polizei jeden festnehmen, der sich nicht ausweisen kann. Die Realität sieht anders aus.

Informationscenter leistet Hilfe und Orientierung

Das von ADRA unterstützte Informationscenter in Belgrad hilft den Flüchtlingen durch Aufklärungsarbeit, sich vor solchen Gefahren zu schützen. Neben ärztlicher Hilfe wird auch psychosoziale Betreuung angeboten, da viele vom Erlebten traumatisiert sind. Das Center bietet Innen- und Außenaktivitäten an, welche von mehreren Kleingruppen geleitet werden. Viele Flüchtlinge halten sich im Park, oder an Bus- und Bahnstationen auf, wo sie dem Wetter schutzlos ausgesetzt sind. Ziel der Außenaktivitäten ist es, auch diesen Menschen durch Übersetzer und Koordinatoren Zugang zu medizinischer Versorgung und anderen Dienstleistungen zu verschaffen. Immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen und Diskriminierung von Seiten der serbischen Bevölkerung. Durch Vermittlung von serbischen Gepflogenheiten und Verhaltensmustern soll es den Ankommenden erleichtert werden, sich anzupassen und Konflikte zu vermeiden.

„Wir können die Menschen nicht davon abhalten, dass sie um ihr Leben fliehen. Sie werden kommen. Die Wahl die wir haben, ist wie wir mit ihrer Ankunft umgehen.“ – Gemäß dem Zitat von Antonio Gutierrez (international Beauftragter für Flüchtlinge, UNHCR), bietet ADRA durch das Infocenter eine effektive und strukturierte Hilfe für Menschen auf der Flucht.