Fortschritt durch Bildung: ADRA hilft Flüchtlingen aus Myanmar

In den letzten Jahrzehnten kam es zu einem großen Flüchtlingsstrom von Myanmar nach Thailand. Ziel der Flüchtlinge: dem Konflikt und den Menschenrechtsverletzungen im eigenen Land entkommen. Doch hat sich ihre Lage in Thailand nicht umfassend geändert, zumal sie von der thailändischen Regierung bislang nicht als Flüchtlinge anerkannt sind. ADRA hilft den Flüchtlichen aus Myanmar und führt verschiedene Ausbildungsprogramme ein, um ihre Zukunftperspektive zu verbessern.

Nähen lernen mit ADRA

Zurzeit leben über 137000 Flüchtlinge in den neun von der Regierung verwalteten Lagern entlang der Grenze von Thailand und Myanmar. Doch in Thailand erwartet die Flüchtlinge keine umfassende Verbesserung ihrer Lage. Die Flüchtlingslager erweisen sich für die meisten vielmehr als "Sackgasse".

Die Flüchtlinge sind auf fremde Hilfe angewiesen

Die Regierung hält die offiziell noch nicht als Flüchtlinge anerkannten Menschen in den Lagern fest. Sie dürfen die abgegrenzten Areale weder verlassen noch eine Arbeit aufnehmen, um sich ihr eigenes Geld zu verdienen. Die Flüchtlinge haben kaum die Chance auf eine qualifizierte Berufsausbildung, um sich später – außerhalb des Lagers – eine Existenz aufzubauen. Das macht alle Lagerbewohner mit ihren Grundbedürfnissen fast vollständig abhängig von den Hilfsorganisationen.

Diese Situation führt zur Isolation der Abgeschnittenen, zu Enttäuschung und Verbitterung über ein Leben ohne Entwicklungsaussichten, ohne Zukunft. In den Lagern kommt es immer wieder zu Spannungen und Sicherheitsproblemen. Zwar werden in den Flüchtlingscamps einige Berufsbildungskurse angeboten, doch entsprechen diese häufig nicht den aktuellen Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt.

ADRA startet Ausbildungsprogramm für Flüchtlinge

ADRA hat daher, mit Unterstützung der Europäischen Union, ein Projekt ins Leben gerufen, das den Flüchtlingen aus Myanmar umfassende und bedürfnisorientierte Ausbildungsmöglichkeiten bieten soll. Die neuen Ausbildungskurse decken eine große thematische Bandbreite ab und sollen den Menschen eine neue Lebensqualität ermöglichen.

So können beispielsweise Kochkurse besucht oder Ausbildungen zum Friseur, Näher, Pfleger oder Automechaniker durchgeführt werden.

Viele dieser Ausbildungsberufe bieten nicht nur ein thailändisches Zertifikat, sondern sind auch durch das thailändische Bildungsministerium akkreditiert.

Das Projekt ist auf drei Jahre ausgerichtet und ermöglicht über 6000 jungen Frauen und Männern im Alter zwischen 15 und 55 Jahren eine qualifizierte Ausbildung.