ADRA weitet Hilfe für Flüchtlinge aus

Nach dem politischen Umsturz in Mali im März 2012 flohen über 46'000 Bewohner aus ihrer Heimat in das Nachbarland Burkina Faso. Dort angekommen standen sie vor einer neuen Herausforderung: wo sollen sie wohnen, wo bekommen sie etwas zu essen oder eine Arbeit? ADRA Deutschland versorgte über 2.900 Flüchtlingsfamilien in den Camps in Damba, Mentao und Saag Nionogo mit dringend benötigten Haushalts- und Lebensmittelpaketen.

Schon vor dem Zustrom der Flüchtlinge gehörte Burkina Faso zu einem der ärmsten Länder der Welt. 2012 erlebte Burkina Faso außerdem eine schlimme Nahrungsmittelkrise. Die Situation hat sich nach dem Umbruch in Mali noch verschlimmert – Wasser und Lebensmittel sind knappe Güter und Konflikte zwischen Einheimischen und Zugezogenen sind vorprogrammiert.

Weil noch immer tausende Malier in Burkina Faso wohnen und auf Hilfe von außen angewiesen sind, weitet ADRA seine Hilfe aus und startet auch in diesem Jahr ein Hilfsprojekt. Von März 2013 bis Januar 2014 versorgt ADRA die Flüchtlinge in den Provinzen Houet, Kadiogo, Soum und Séno im Bereich Wasser, Sanitär und Hygiene. Die Hilfe kommt vor allem schwangeren und alleinerziehenden Frauen, Witwen und älteren sowie behinderten Menschen zu Gute.

Besonders in den Flüchtlingscamps von Mentao und Goudebo benötigen die Menschen Unterstützung. In Mentao müssen sich über 1.500 Flüchtlinge einen Brunnen teilen. So können sich die Familien nicht ausreichend mit Wasser versorgen. In Mentao und Goudébo baut ADRA daher jeweils zwei große Brunnen auf. Damit nicht mehr als 350 Menschen aus einem Brunnen trinken müssen - das ist die Norm des "Programme National D'Adduction d'Eau Potable et Assainissement". Zusätzlich errichtet ADRA 300 Toiletten und 300 Duschen in Mentao, um auch die Hygiene der Menschen sicherzustellen und dem Ausbruch von Krankheiten vorzubeugen.

Auch im Bereich der Nahrungsmittelversorgung wird ADRA aktiv. Von vielen Hilfsorganisationen erhalten die Bedürftigen Reis und Bohnen, doch können die Familien mit diesen, ihnen unvertrauten Nahrungsmitteln nicht viel anfangen, ihre Mägen können diese neue Kost nur schwer verarbeiten. ADRA versorgt die Bewohner der Flüchtlingscamps daher mit regionaler Nahrung wie Hirse. Insgesamt verteilt ADRA an 35'000 Flüchtlinge in Menato, Saag Nioniogo und Bobo jeweils 15kg Hirse – das sind insgesamt 300.000kg Hirse. Um langfristig die Nahrungsversorgung der Flüchtlinge zu sichern, baut ADRA mit Hilfe von Campbewohnern und Bewohnern der umliegenden Dörfer 3 Gemüsegärten an, zwei in Mentao und einen in Saag Nionogo. Zusätzlich erhalten Frauen in den Camps eine Anleitung, wie sie die Nahrungsmittel am besten zubereiten können.

Die meisten Flüchtlinge kamen nur mit einem Rucksack nach Burkina Faso und leben jetzt in Flüchtlingscamps. ADRA unterstützt die Flüchtlinge daher zusätzlich mit insgesamt 5.000 Matten und Decken zum Schlafen. Diese werden im Flüchtlingslager in Bobo verteilt. Insgesamt profitieren über 15'000 Flüchtlingsfamilien von diesem Projekt.