Ernährungssicherung durch Anpassung an den Klimawandel

Laut dem Human Development Index ist Burundi eines der ärmsten und am wenigsten entwickelten Länder weltweit. Mehr als 60 Prozent der örtlichen Bevölkerung verfügen über keine ganzjährige Versorgung mit Nahrungsmitteln – aktuell heißt es, dass rund 7% der Bevölkerung unter akuter Mangelernährung leiden. Klimaveränderungen wie unwetterartiger Starkregen oder bisher unbekannte Trockenperioden verschlechtern die Lage weiter. ADRA unterstützt die Menschen in den Gemeinden Musigati, Rugazi, Muramvya und Bukeye dabei, die Ernährungssicherheit zu erhöhen.

Markt in Burundi

Kritische Ernährungssituation

Die erwähnten Gemeinden gehören landesweit zu denen mit der höchsten Bevölkerungsdichte. Im Verhältnis gesehen gibt es jedoch aufgrund zunehmend unberechenbarer Wetterbedingungen zu wenig verfügbare Flächen, die landwirtschaftlich genutzt werden können. Da die Bevölkerung weiter wächst und es neben der Landwirtschaft keine alternativen Einkommensquellen existieren, führt dies zu steigender Armut. Die Zahl der Haushalte mit einer kritischen Ernährungssituation nimmt zu. Am meisten von Nahrungsmittelknappheit betroffen sind Haushalte mit alleinerziehenden Müttern und Einpersonenhaushalte der älteren Generation.

Kooperativen stärken

Das Projekt von ADRA zielt darauf ab, die Ernährungssicherheit der Menschen zu erhöhen, die am stärksten vom Klimawandel in den erwähnten Gemeinden betroffen sind. ADRA unterstützt die Menschen beim Obst- und Gemüseanbau, indem ihnen Wissen rund um moderne und klimaresistente Anbaumethoden vermittelt wird. Dies geschieht unter anderem in Form eines Hausgartenprogramms. In gemeinsam mit Ernährungsberatern angelegte Hausgärten erlernen die Bauern Techniken des organischen Anbaus mit integrierter Schädlingsbekämpfung. Darüber hinaus erfahren die Bewohner alles Wichtige zu Themen wie gesunder Ernährung und Umweltschutz. Der Anbau von Nahrungsmitteln wird dem Klimawandel angepasst und damit verbunden die Widerstandskraft von Kleinbauern gestärkt. Die Ausdehnung der Obstbaumkulturen auf erosionsgefährdeten Flächen verbessert die Umweltsituation und verhindert die Degradierung von Anbauflächen. Da die landwirtschaftlichen Kooperativen enger und effizienter zusammenarbeiten sollen, engagiert sich ADRA im Rahmen des Projekts auch für die Ausbildung von Frauen in den Bereichen Finanzmanagement und Führungsqualitäten. Dies ermöglicht den Frauen langfristig, ihre Interessen besser wahrzunehmen, indem sie sich verstärkt an Entscheidungsprozessen in den Kooperativen beteiligen. Durch die Stärkung der Kooperativen erweitern sich die Möglichkeiten der Bauern zur Vermarktung ihrer Produkte, was letztendlich zu einem höheren Einkommen führt.