Ein neues Zuhause für Kinder in Not

In der Republik Moldau wirkt sich die politisch instabile und wirtschaftlich schwache Lage besonders auf Familien und Kinder aus. Die Lebensumstände sind qualitativ niedrig, die Gewalttätigkeit hoch und der Umgang innerhalb der Familien schlecht. Eine Unterbringung in einer öffentlichen Einrichtung ist für Kinder aus solchen Verhältnissen oft die beste Lösung. Der politische Sektor für Kinderrechte ist in Moldau noch nicht ausgereift und hat noch großen Verbesserungsbedarf an Gesetzen und Einrichtungen. Deshalb hilft ADRA mittels eines Rehabilitations- und Integrationscenters, um Kindern aus zerrütteten Familien zu helfen.

Arbeitslosigkeit, Frustration und Enttäuschung

Die Konjunkturlage der Republik Moldau ist derzeit schlecht. Das macht sich unter anderem daran bemerkbar, dass viele gezwungen sind, sich einen Arbeitsplatz außer Landes zu suchen. Wegen des niedrigen Lohns mangelt es dem Land an qualifizierten Arbeitnehmern. Die Situation ist für die Bevölkerung unbefriedigend und wirkt sich auch auf das Sozialleben aus. Arbeitslosigkeit, Frustration und Enttäuschung haben zur Folge, dass viele ihre Sorgen in Alkohol ertränken und es innerhalb Familie zu Handgreiflichkeiten kommt. Die Kinder wachsen in instabilen, unsicheren und von Gewalt geprägten Verhältnissen auf. Diese wirken sich negativ auf ihr Verhalten und ihre Gewohnheiten aus. Ihnen fällt es schwer, sich zu integrieren und aufgrund von mangelndem Selbstwert und Selbstbewusstsein suchen sie sich oft die „falschen“ Freunde. Vor allem in den Städten leben viele von den Familien ausgestoßene Kinder auf der Straße. Hinzu kommt das Problem des Kinderhandels und des Sexualmissbrauchs, dem die Kinder schutzlos ausgeliefert sind.

Rehabilitations- und Integrationscenter

Ziel von ADRA ist es, Kindern aus schwierigen Familienverhältnissen durch die Unterbringung im Rehabilitations- und Integrationscenter zu helfen und sie dort zu betreuen. Unter anderem bedeutet das, sie mit allem zu unterstützen, was für eine gesunde Entwicklung nötig ist. Neben der materiellen Versorgung spielt auch die psychologische Betreuung eine große Rolle. Negative Erlebnisse müssen verarbeitet werden, weshalb im Center ein Psychologe mit den Kindern zusammenarbeitet und auf jeden gezielt eingeht. Auch für die schulische Ausbildung wird gesorgt. Schulbegleiter unterstützen die Sieben- bis Achtzehnjährigen im Schulalltag in Form von Lern- und Hausaufgabenbetreuung. Mittels der Beteiligung an Schulprojekten lernen die Kinder, sich einzubringen und besser mit Gleichaltrigen umzugehen. Auch Besuche wie beispielsweise in einem Altenheim schärfen die emotionale Intelligenz. Langfristiges Ziel ist es, ein neues und dauerhaftes Heim für die Kinder und Jugendlichen zu finden. Entweder in Form einer Rückführung zu den Eltern oder der Unterbringung bei Verwandten beziehungsweise anderen Adoptions- und Pflegefamilien.