Dem harten Winter trotzen – ADRA hilft Menschen in Afghanistan

Die seit Jahren andauernden kriegerischen Auseinandersetzungen in Afghanistan haben bereits tausende Menschen zur Flucht gezwungen. Rund 2.000.000 Afghanen wurden zu Binnenvertriebenen, sind Flüchtlinge im eigenen Land und mittellos. Der harte afghanische Winter kann für sie lebensgefährlich sein. ADRA verteilt während der Wintermonate Hilfspakete, die den Menschen das Überleben sichern.

Frau erhält selbstgenähte Steppdecken.

Bereits seit über 14 Jahren unterstützt ADRA die Binnenflüchtlinge in Afghanistan in den harten Wintermonaten. Das Leben in ungeeigneten Notunterkünften, Ernährungsunsicherheit sowie unzureichender Zugang zu medizinischer Versorgung machen die Geflüchteten anfällig. ADRA leistet auch in diesem Jahr Winterhilfe für die Betroffenen in den Provinzen Balkh, Bamyan und in Kabul.

Winterhilfe für Vertriebene in der Provinz Balkh

Gemeinsam mit Rückkehrern aus dem Iran und Pakistan haben tausende Binnenvertriebene Balkh zu ihrem Wohnort gemacht, da sie ihre Heimatorte aufgrund der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen verlassen haben. Die meisten von ihnen leben in alten, heruntergekommenen Häusern und einfachen Notunterkünften. Schutzbedürftige Vertriebene und andere gefährdete Familien (insgesamt 7.000 Personen) versorgt ADRA mit Holzkohle und handgefertigten Steppdecken.

Steinkohle und Decken für Schutzbedürftige in Bamyan

Anders als in anderen Provinzen sind die meisten Schutzbedürftigen in Bamyan keine Binnenvertriebenen und Rückkehrer, sondern Bewohner, die entweder aus dem Zentrum von Bamyan oder aus anderen Distrikten innerhalb der Provinz kommen. Aufgrund seiner Höhenlage wird es in Bamyan in den Wintermonaten erheblich kälter. Wegen des schlechten wirtschaftlichen Umfelds, der Abgeschiedenheit und des rauen Wetters sind die Bewohner in Bamyan gefährdeter als die meisten Menschen in anderen Landesteilen. Die meisten der Notleidenden leben in Höhlen, Lehmhütten und sind über mindestens fünf Monate im Jahr dem extremen Winter mit Temperaturen bis zu minus 20 Grad Celsius ausgesetzt. ADRA versorgt 4.900 Menschen mit Steinkohle und synthetischen Decken.

Einkommen durch selbstgenähte Steppdecken

Viele Binnenvertriebene sind in städtische Gebiete wie Kabul geflüchtet, da sie dort über einen besseren Zugang zu Infrastruktur sowie Jobmöglichkeiten verfügen. In den Flüchtlings-Siedlungen rund um Kabul sind derzeit rund 2.800 Flüchtlings- und Rückkehrer-Familien (insgesamt 19.600 Menschen) registriert. An sie verteilt ADRA für die Wintermonate pro Familie 220 Kilogramm Feuerholz. Viele der bedürftigen Frauen sind Witwen oder haben Behinderungen – ihre Kinder müssen auf der Straße betteln. Von ADRA erhalten die betroffenen Frauen ein Einkommen, das ihnen ermöglicht, für den Winter traditionelle Steppdecken herzustellen. Das durch das Nähen der Decken erwirtschaftete Einkommen hilft diesen Frauen und ihren Familien, den harten Winter zu überleben.