Bildung durch ehrenamtliche Studenten

In der Region Krujas in Nordalbanien leben viele marginalisierte Gruppen. Unter ihnen gibt es viele Analphabeten, insbesondere Frauen die dazu neigen, sehr früh zu heiraten. Kulturell bedingt führt dies dazu, dass sie die Schule abbrechen. Die hohe Anzahl der Analphabeten wirkt sich auf kommende Generationen aus, die durch mangelnde Bildung und Unterstützung von ihrem Elternhaus wiederum früh die Schule abbrechen. ADRA unterstützt betroffene Kinder, innerhalb des Bildungssystems integriert zu werden und somit eine Zukunft mit Perspektive zu erhalten.

Die Kluft zwischen marginalisierten Gruppen und reicheren Bevölkerungsschichten in Albanien ist groß. Dazu kommt, dass eine große Diskrepanz zwischen den Bewohnern von städtischen und ländlichen Gebieten, speziell zwischen Roma und den Hauptgruppen der Bevölkerung herrscht. Durch die schwache Herangehensweise der Regierung im Bereich des Bildungssystems wurde eine Umgebung geschaffen, in der die Integration von Minderheiten aber auch von benachteiligten Kindern durch Armut, Krankheit oder Behinderung nur sehr schwer gelingt. Ein weiteres bestehendes Problem in Albanien betrifft junge Leute nach Abschluss der Universität. Ihnen fehlt es an Möglichkeiten, ihr erworbenes Wissen während des Studiums praktisch anzuwenden. Aufgrund dessen sind sie direkt nach dem Studium auf dem Arbeitsmarkt kaum konkurrenzfähig.

Studenten unterstützen Kinder

Das Projekt von ADRA zielt darauf ab, die praktischen Kenntnisse junger Studierender und gleichzeitig Kinder aus marginalisierten Gruppen schulisch zu fördern. Aus diesem Grund werden beide Aspekte miteinander verbunden und Studenten unterstützen Kinder mit Lernschwierigkeiten durch ehrenamtliche Arbeit. Durch die Einbindung von Lehramtsstudierenden wird auf die Bedürfnisse von Betroffenen mit Lernschwierigkeiten aufmerksam gemacht und Zusatzunterricht für diese Kinder angeboten. Neben dem Erlernen von Lesen, Schreiben und Rechnen wird auch an der sozialen Entwicklung der Jungen und Mädchen gearbeitet. Um den Studenten beizubringen, wie sie den betroffenen Kindern helfen können, erhalten sie durch ADRA Trainings und Schulungen. Durch das ehrenamtliche Engagement wird ihnen die Möglichkeit geboten, praktische Arbeitserfahrung zu sammeln. Das Risiko, nach Abschluss des Studiums in die Arbeitslosigkeit zu rutschen, wird damit verringert.

Neben dem Zusatzunterricht der Kinder werden auch deren Eltern miteinbezogen. Sie erhalten Informationen rund um das Thema Bildung und wie wichtig die schulische Förderung ist. Ihnen wird bewusst gemacht, welch großen Anteil die Unterstützung der Familie auf den Lernerfolg und die soziale Integration der Kinder hat.
Ziel des Projekts ist, den Kindern beim Absolvieren ihrer Schulpflicht zu helfen und sie aus dem Armutskreislauf und der Diskriminierung zu befreien.