Auswärtiges Amt unterstützt ADRA-Winterhilfe

Die Winter in Afghanistan sind oft bitterkalt. Minus 25 Grad Celsius sind nachts keine Seltenheit. Und obwohl den Menschen vor Ort die jährlich wiederkehrende Bedrohung bewusst ist, können sie sich dennoch nicht adäquat darauf vorbereiten. Ihnen fehlen die finanziellen Mittel. ADRA Deutschland hilft mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes und verteilt Hilfsgüter wie Decken, Schuhe und Heizmaterialien.

Die Regierung Afghanistans trifft zwar zusammen mit zahlreichen Hilfsorganisationen jährlich vor Einbruch des Winters umfangreiche Vorkehrungen, um die drohende Krise abzumildern, doch leben in Afghanistan immer noch zahlreiche Menschen in unerreichten Bevölkerungsgruppen, die keinen Zugang zu dieser Hilfe haben. Sie sehen dem Winter mit kärglichen oder gar keinen Ressourcen entgegen.

Lehmhütten, Zerschlissene Zelte, Höhlen: Behausung vieler Menschen in Afghanistan

Eine Vielzahl dieser Menschen lebt in Lehmhütten, die weder isoliert, noch beheizt sind. Eine denkbar schlechte Voraussetzung für Winternächte mit Temperaturen von bis zu -25°C. Die Ärmsten der Armen haben nicht einmal eine solche Hütte. Sie müssen in zerschlissenen Zelten und Höhlen Zuflucht suchen. Decken oder Heizmaterialien, um sich warm zu halten, haben diese Menschen nicht. Ein Großteil besitzt nicht einmal ein ausreichendes Maß an Winterkleidung, um sich vor der klirrenden Kälte zu schützen. Dabei gibt es die notwendigen Güter wie Kohle, Holz, Decken und Kleidung auf dem Markt zu kaufen. Doch ohne Einkommen können sich die Menschen nichts davon leisten. Ein geregeltes Einkommen hat jedoch nur, wer eine feste Arbeit hat und das sind in Afghanistan nur wenige. Jeder Tag ist ein Kampf ums nackte Überleben. Vor allem zahlreiche kleine Kinder sterben, weil ihre Körper der eisigen Kälte nicht standhalten können.

Harte Winter in Afghanistan verschlechtern wirtschaftliche Lage

Auch die wirtschaftliche Lage verschlechtert sich stark im Zuge der strengen Winter. Jedes Jahr stehen die landwirtschaftlichen Aktivitäten zwischen Dezember und März fast vollständig still. Die politische Instabilität, mangelnde Strafverfolgung und Korruption erschweren die Situation zusätzlich.

ADRA startet Winterhilfe für Menschen in Afghanistan

In Zusammenarbeit mit ADRA Afghanistan und der lokalen Nichtregierungsorganisation Rostahi Agency for Rehabilitation of Afghanistan (RARA) hat ADRA Deutschland für die Menschen in Afghanistan ein Winterhilfsprojekt gestartet. Die Zusammenarbeit mit der lokalen Nichtregierungsorganisation RARA trägt zum einen dazu bei, die lokale Kapazität zu erhöhen und ermöglicht zum anderen den Zugang zu den Menschen, wichtigen Erfahrungswerten und Fertigkeiten.

Um die akute Not der Menschen zu lindern, verteilt ADRA in den Elendsvierteln der Provinzen Kabul und Balkh bis Ende Januar 2011 insgesamt 8.920 Decken, 66.900 Kilogramm Holzkohle, 13.380 Paar Schuhe und 22.300 Quadratmeter Plastikplane. Die 2'230 Empfängerfamilien (ca. 15.600 Personen) sind Binnenvertriebene sowie Rückkehrer aus Pakistan und dem Iran. Sie alle wurden vom Projektteam als dringend hilfsbedürftig identifiziert. Armut und Unterernährung bestimmen den Alltag dieser Menschen.

ADRA kurbelt Wirtschaft in Afghanistan an

Alle benötigten Waren werden innerhalb Afghanistans beschafft. So können die lokale Wirtschaft angekurbelt und die Projektdurchführung kosteneffektiv gestaltet werden. Außerdem werden für die Herstellung der Decken 150 lokale Näherinnen angestellt. Viele von ihnen sind Witwen und auf die Arbeit angewiesen. Sie kommen aus Niedriglohngruppen oder sind ganz ohne Einkommen. Für jede genähte Decke erhalten sie einen Lohn, der 100 Prozent über dem Marktpreis liegt. So sollen die Frauen ermutigt werden, so viele Decken wie möglich zu nähen und dabei dennoch auf gute Qualität zu achten. Durch das erzielte Einkommen können die Frauen sich und ihre Familie sicher über die Wintermonate bringen.

Auch Sie können helfen! Mit Ihrer Unterstützung wir in Afghanistan auch weiterhin alles daran setzen, die Grundbedürfnisse der Ärmsten der Armen zu stillen.