ADRA weitet Nothilfe für Geflüchtete in Nordgriechenland aus

Tausende Menschen verlassen weiterhin ihre Heimat und fliehen vor Krieg und humanitären Katastrophen, aber auch vor Perspektivlosigkeit. Seit Jahresanfang sind laut UNHCR über 145.000 Geflüchtete in Griechenland angekommen. ADRA unterstützt Betroffene in zwei Flüchtlingscamps im Norden des Landes.

©Aktion Deutschland Hilft/Fulvio Zanettini

Die humanitäre Situation in den griechischen Flüchtlingscamps ist dramatisch und häufig menschenunwürdig. Nach Schließung der Balkanroute haben die aus der Türkei nach Griechenland kommenden Geflüchteten keine Möglichkeit zur Weiterreise. Viele Familien sind gezwungen im Freien zu übernachten und die Versorgung mit sauberen Trinkwasser und Nahrung ist nicht überall gewährleistet. Die hygienischen Zustände in den Flüchtlingscamps sind besorgniserregend. Oftmals wird eine Toilette von mehr als 100 Menschen genutzt, es fehlt an Duschen, ausreichender Beleuchtung und Privatsphäre. Infektionen und Hauterkrankungen breiten sich schnell aus.

ADRA hilft in zwei Flüchtlingscamps

ADRA unterstützt derzeit zwei Flüchtlingscamps im Norden Griechenlands. In Petra Olympou, dem größeren der beiden Camps, leben Geflüchtete aus dem Irak und kurdische Jesiden, in Herakles sind syrische Geflüchtete untergebracht. In der Stadt Katerini wurde kürzlich ein ADRA Büro eröffnet, um mit griechischen Mitarbeitern ortsnah Hilfeleistungen besser und schneller koordinieren zu können. Zur Verbesserung der hygienischen Situation wurde in Petra Olympou der Zugang zu sauberem Trinkwasser verbessert. Die medizinische und psychosoziale Versorgung wird durch ein medizinisches Team in den Camps geleistet, welches rund um die Uhr zur Verfügung steht. So können Erste-Hilfe-Fälle und Behandlungen von Infektionen ambulant versorgt und die städtischen Krankenhäuser entlastet werden. Zudem werden psychosoziale Betreuung zur Traumabewältigung, Antigewalttraining, Sportprogramme und Hygienekurse angeboten. ADRA stellt acht Übersetzer zur Verfügung, die den Patienten zur Seite stehen und diese bei Bedarf auch in die Kliniken begleiten. Um Mangelernährung vorzubeugen, hat ADRA eine Ausgabestelle für frisches Obst und Gemüse eingerichtet. 

Zelte ungeeignet für Wintermonate

Für die kalten Wintermonate sind die Unterbringungsmöglichkeiten in den Camps nicht geeignet, es gibt keine Möglichkeit zur Isolation und zum Beheizen. ADRA plant deshalb, die Geflüchteten ab Herbst in adäquaten winterfesten Wohnquartieren unterzubringen, die den Familien auch etwas mehr Privatsphäre bieten.


Aktualisierung vom 05.12.2016:

Das Camp Petra Olympou wurde mittlerweile komplett geräumt und die Geflüchteten sind in Hotels und Apartments untergebracht worden. Die Hilfsmaßnahmen von ADRA konzentrieren sich jetzt auf das Flüchtlingscamp in Iraklis.