ADRA leistet Nothilfe in der Ost-Ukraine

Seit mehr als drei Jahren leiden die Menschen in der Ost-Ukraine unter kriegerischen Auseinandersetzungen. Über 10.000 Personen wurden bisher getötet und weit mehr als 20.000 Menschen verwundet. Viele Häuser sind beschädigt oder vollzählig zerstört und auch die Infrastruktur hat Schaden genommen. ADRA hilft in den Regionen Donezk und Luhansk mit Reparatur- und Nothilfemaßnahmen.

Die Gefechte in der Ost-Ukraine betreffen das gesamte Land, zirka 1,6 Millionen Binnenflüchtlinge sind unterwegs auf der Suche nach Schutz, Nahrung und Wasser. Der nicht endende bewaffnete Konflikt hat etlichen Menschen das Zuhause genommen. 17.000 Häuser wurden seit Beginn der Krise beschädigt. Viele Gebäude sind unbewohnbar oder bieten keinen Schutz mehr vor Kälte und Witterung. Das ist gerade im Winter lebensbedrohlich. Die Menschen sind gezwungen, mit der ganzen Familie im Keller unterzukommen, sich zu verstecken oder in den Ruinen auszuharren. Und das nicht nur vorübergehend. Die eingeschränkte Infrastruktur fördert Mangel an allem Lebensnotwendigem wie Nahrung, Trinkwasser, Strom, Heizmaterial, Hygieneartikel und ausreichend Gesundheitsversorgung. Menschen, die auf engem Raum ohne ausreichend Wasser und Hygienematerialien zusammenleben, sind für Krankheiten stark anfällig und Infektionen breiten sich schnell aus. Ein normales Leben für Kinder gibt es nicht. Die Kinder können nur unregelmäßig die Schulen besuchen, 55 Bildungseinrichtungen in der Ost-Ukraine sind nicht mehr funktionstüchtig. Bis heute halten regelmäßige Schusswechsel an. Viele Kinder und Erwachsene sind traumatisiert.

Reparatur von Häusern

Die Bewohner der am stärksten betroffenen Regionen Donezk und Luhansk werden von ADRA unterstützt, damit sie im wahrsten Sinne des Wortes wieder ein Dach über dem Kopf haben und ihre Familien vor der kalten Jahreszeit schützen können. ADRA stellt das benötigte Material für Bauarbeiten an den Dächern und Fassaden zur Verfügung und führt gemeinsam mit den Betroffenen Instandsetzungs- und Isolationsmaßnahmen durch. Die Haushalte werden mit Heizmaterial versorgt. Ein anderer wichtiger Aspekt dieses Projektes ist die Hilfestellung bei der Überwindung der Kriegserlebnisse, vor allem bei Kindern. Mobile psychologische Teams leisten psychosoziale Hilfe und betreuen Kinder und Jugendliche an Schulen. Es werden kinderfreundliche Schutzräume eingerichtet, sogenannte Child-Friendly-Spaces, um den Kindern ein wenig Normalität zum ungestörten Spielen und Lernen zurückzugeben. Verschiedene therapeutische Angebote und Massagen fördern die Überwindung der Traumata. Bilder von brennenden Häuser, Granateneinschläge und der Verlust von Familienangehörigen wirken lange. 50 Psychologen und Sozialarbeiter werden ausgebildet, um Überwindungsstrategien bei traumatischen Erlebnissen zu vermitteln.