ADRA hilft Burkina Faso in der Hungerkrise

Das „Land der aufrichtigen Menschen“ ist vom Hunger bedroht. Häufige und lange Dürreperioden und ausgelaugte Böden zerstören die Lebensgrundlage der Bevölkerung in der gesamten Sahelzone. In Burkina Faso leiden 7 Millionen Menschen unter der akuten Nahrungsmittelkrise. ADRA unterstützt 40 Dörfer im Norden des Landes dabei, die Nahrungsmittelversorgung zu stabilisieren und die Lebensbedingungen an den Klimawandel anzupassen.

Das westafrikanische Land ist ein friedliches. Gewalt und wiederkehrende Auseinandersetzungen zwischen den rund 60 Ethnien gibt es im früheren Obervolta so gut wie nicht. Die Gesellschaft ist beispielhaft dafür, dass verschiedene Ethnien und Religionen friedlich und tolerant miteinander leben. Dagegen sind in großen Teilen der Sahara und der Sahelzone bewaffnete und radikale Gruppierungen unterwegs. So auch in Mali. Die instabile Situation wirkt sich auch auf die Sicherheitslage in Burkina Faso aus. Tausende Flüchtlinge aus Mali suchen in Burkina Faso Schutz und Nahrung. Das erschwert die ohnehin schwierige Ernährungslage. Fruchtbares Land für die Landwirtschaft ist knapp, daher werden die nutzbaren Böden übernutzt und sind ausgelaugt - doch für 80 Prozent der Bevölkerung bildet die Landwirtschaft ihre Lebensgrundlage. Zur Selbstversorgung bauen sie vor allem Mais, Reis, Weizen und Maniok an. Es gibt wenige andere Nahrungs- und Erwerbsquellen.

Klimawandel erschwert die Nahrungsmittelproduktion

Die Sahelregion ist stark vom Klimawandel betroffen. Extreme lange Trockenheitsperioden wechseln sich mit Überschwemmungen ab. Durch die starke Austrocknung werden die Böden hart und können Wasser kaum aufnehmen. Beide Klimaextreme zerstören die Ernten und verstärkt auftretende Heuschreckenplagen ebenso. Darum steigen die Preise sogar für Grundnahrungsmittel stark an. Das Hauptproblem Burkina Fasos ist die Armut. Über 40 Prozent der Einwohner leben unterhalb der Armutsgrenze. Laut der UN gehört dieser Staat zu den fünf ärmsten Ländern der Welt, er belegt Rang 183 von 188 Ländern. (HDI 2015). 64 Prozent der Bevölkerung leiden an Hunger und rund 30 Prozent der Kinder sind unter- und mangelernährt. Das trifft mehrere Kinder einer Familie, bekommt doch jede Frau durchschnittlich acht Kinder.

ADRA verbessert die Ernährungs- und Einkommenssituation im Norden des Landes

Bedingt durch ein hohes Bevölkerungswachstum und der klimatischen Bedingungen ist Burkina Faso auf Nahrungsmittelimporte angewiesen. Die Kosten dafür sind aufgrund der Binnenlage des Landes sehr hoch. Für die Ernährung der Bevölkerung und für die Bekämpfung der Armut spielt die eigene landwirtschaftliche Produktion eine große Rolle. In vier ländlichen Gemeinden der Provinz Soum im Norden Burkina Fasos führt ADRA ein Projekt zur Ernährungssicherung durch. Dieses wird gemeinsam mit den Begünstigten geplant und durchgeführt, um zu einer nachhaltigen Lösung zu gelangen. Aus den Gemeinden Djibo, Pobé, Mengao, Kelbo und Tongomayel werden 200 Personen, davon mindestens 40 Frauen, ausgebildet. Sie erhalten Schulungen zu verbesserten Produktionstechniken in der Landwirtschaft und im Farmmanagement. Die Landwirtschaft wird damit an die Klimabedingungen angepasst und widerstandsfähiger gemacht. Durch Wissensvermittlung wird der Schutz der Böden sowie der Umwelt aktiviert. Die Ausgebildeten wirken als Multiplikatoren und können ihr Wissen an andere Kleinbauern weitergeben. Insgesamt 450.000 Personen profitieren von diesem Projekt.