ADRA bekämpft Mangelernährung im ländlichen Kambodscha

Kambodscha zählt zu den ärmsten Ländern Südasiens. Für 80 Prozent der Bevölkerung bildet Landwirtschaft die Lebensgrundlage. Inflation und extreme klimatische Bedingungen belasten jedoch die Lebensmittelressourcen und damit auch die Gesundheit der Menschen. ADRA hilft, die Ernährungssituation zu verbessern und schafft Zugang zu sauberem Wasser.

Besonders die Bewohner des ländlichen Kambodschas sind von Mangelernährung und damit verbundenen Gesundheitsrisiken betroffen. Nicht nur die klimatischen Bedingungen stellen die Menschen vor Herausforderungen. Geringes Bildungsniveau und mangelndes Wissen rund um eine ausgewogene Ernährung sorgen dafür, dass landesweit vor allem die Mangelernährung von Kindern ein weit verbreitetes Problem ist. Weil nur wenige Erwachsene über eine abgeschlossene Grundschulausbildung verfügen, hat dies hohe Raten von Analphabetismus zur Folge, sodass die Kenntnisse über richtige Ernährung und  fortschrittliche landwirtschaftliche Methoden weiterhin beschränkt sind und die Menschen keinen Ausweg aus ihrer Armut und Chancenlosigkeit haben. Reis ist das Grundnahrungsmittel und das Essen von Fleisch oder Gemüse wird für die Gesundheit nicht als wichtig betrachtet. Mangelnde Lese- und Schreibkenntnisse schränken den Zugang der schlecht ausgebildeten Bauern zu modernen landwirtschaftlichen Techniken und zu gesundheitsfördernden Ernährungsinformationen ein. Immer wieder aufkommende Trockenperioden und Überflutungen gefährden ihre ohnehin kleine Ernte.

Bewusstsein schärfen

In 33 Dörfern des Trapeang Prasat Distrikts im Norden des Landes hilft ADRA den Menschen, die Ernährungssituation nachhaltig zu verbessern. Besondere Aufmerksamkeit gilt Kindern, die unter Mangelernährung leiden, sowie ihren Familien. In Schulungen und Gesprächen werden die Bewohner der Dörfer für wichtige Themen wie beispielsweise Mutter-Kind-Ernährung sensibilisiert. Dabei werden gemeinsam die Grundursachen und Einflüsse auf Mangelernährung geklärt und Optionen für Verhaltensänderungen erarbeitet. Hierzu zählen auch Schulungen und Bewusstseinserweiterungen zu Themen wie Mangelernährung bei Kindern und Erwachsenen, Stillen, altersgemäße Nahrung, sowie Anbau, Beschaffung und Zubereitung von geeigneten Nahrungsmitteln. In den Reflektionsgesprächen werden Wachstumskontrollen durchgeführt, um mangelernährte Kinder zu ermitteln. Regelmäßige Koch- und Fütterungstreffen sollen behutsam das Ernährungsverhalten der Menschen verbessern. Zusätzlich werden die Bewohner darin ausgebildet, die Produktion von proteinhaltigen Lebensmitteln, etwa Tofu, Sojamilch und gerösteten Erdnüssen einzuführen.

Verbesserte Anbaumethoden

Um das Krankheitsrisiko der mangelernährten Kinder zu reduzieren und den Zugang zu sauberem Wasser zu fördern, werden die Familien mit Wasserfiltersystemen versorgt. Zusätzlich unterstützt ADRA die Bauern beim Anbau von Gemüsegärten und vermittelt ihnen Kenntnisse für eine gute Ernte. Darunter fällt die Verbesserung der Land- und Bodenqualität, effizientes Kompostieren sowie der Umgang mit Insekten und weitverbreitetem Krankheitsbefall.

Das Projekt von ADRA kommt 2.800 Haushalten, darunter 3.700 Kinder unter fünf Jahren, zugute.