Zwei Jahre nach dem Erdbeben in Nepal

Zwei Jahre ist es her, dass Nepal vom schwersten Erdbeben seit 80 Jahren erschüttert wurde. Das Beben sowie die Nachbeben führten zu zahlreichen Todesopfern. Tausende verloren ihre Existenz und erholen sich nur langsam von der Katastrophe. Nepal bleibt aber weiterhin Hochrisikogebiet für Erdbeben, weswegen ADRA ein Projekt zur Katastrophenvorsorge durchführt.

Innerhalb weniger Stunden nach dem verheerenden Erdbeben mobilisierte das ADRA-Netzwerk alle zur Verfügung stehenden Ressourcen und koordinierte die Hilfe weltweit. So konnten schon kurz nach der Katastrophe Nahrungsmittel, Hygienekits, Zeltplanen und Wellblechplatten verteilt werden. Der Wiederaufbau und die Beseitigung der Schäden stellen dagegen einen langfristigen Prozess dar. Wohnhäuser müssen erdbebensicher wiederaufgebaut werden und die Menschen auf künftige Katastrophen besser vorbereitet werden.

Katastrophenvorsorge rettet Leben

Katastrophen wie Erdbeben lassen sich nicht vermeiden. Aber durch eine kluge Katastrophenvorsorge können Menschenleben gerettet, Schäden eingedämmt und die Kosten für den Wiederaufbau deutlich reduziert werden. Katastrophenvorsorge bedeutet, dass Menschen in Hochrisikogebieten wie Nepal in die Lage versetzt werden, sich schnell auf akute Ereignisse vorzubereiten und angemessen reagieren zu können. Gleichzeitig ermöglicht ihnen diese Vorbereitung, dass sie sich im Nachhinein schneller erholen und insgesamt widerstandsfähiger gegenüber weiteren Katastrophen werden. Jeder Euro, der vor dem Eintreten einer Katastrophe in die Katastrophenvorsorge investiert wird, spart sieben Euro bei der nachfolgenden Bewältigung.

Katastrophenvorsorge stärkt die Menschen in Nepal nachhaltig

Die Vorbeugung umfasst alle Aktivitäten, die mittel- und langfristig die negativen Auswirkungen von Katastrophen verhindern oder abfedern sollen. Dazu gehört vor allem die Vermittlung von Wissen und Fähigkeiten an die lokale Bevölkerung, aus denen Vorsorgemaßnahmen für erneute Katastrophen abgeleitet werden. Deswegen führt ADRA in den Distrikten Kavre und Dhading an 15 Schulen Seminare und Workshops für Lehrer, Schüler und Eltern durch. Es werden Abläufe und Maßnahmen erarbeitet, die im Krisenfall umgesetzt werden können. Die Lerninhalte sind umfassend: Wie werden Evakuierungspläne schnell eingeleitet, Schutzvorrichtungen für Menschen, Ernten und das Vieh errichtet? Wie können in Risikoregionen Bewässerungssysteme, Viehhaltung und Landwirtschaft verbessert werden? Wie wird die Wasser- und Sanitärversorgung im Notfall sichergestellt? Schulungen zu Hygiene- und Erste-Hilfe-Maßnahmen sollen sich schnell ausbreitende Krankheiten verhindern. Außerdem werden für Schulen Sicherheitspläne erstellt und sowohl theoretisch als auch praktisch in den Unterricht integriert. Parallel dazu finden breit angelegte Sensibilisierungskampagnen für die Bevölkerung der beiden Distrikte statt.