Internationaler Tag gegen die weibliche Genitalverstümmelung

Am 06. Februar wird diese Form der Misshandlung in den Fokus gerückt. Weltweit sind mehr als 200 Millionen Frauen und Mädchen von Genitalbeschneidung betroffen. Laut UNICEF kommen jedes Jahr etwa 3 Millionen neue Opfer hinzu. Das sind 8000 pro Tag und 300 pro Stunde. Der Kampf, dieses Ritual abzuschaffen, bleibt eine Herausforderung.

Dr. Mabeya behandelt Frauen in Kenia

Als Genitalverstümmelung (engl. Female Genital Mutilation, FMG) werden alle Praktiken bezeichnet, bei denen das weibliche Geschlecht teilweise oder ganz entfernt wird. Die Beschneidung wird im Alter von vier bis 14 Jahren ohne medizinische Notwendigkeit, sondern aus kulturellen und traditionellen Gründen, vorgenommen. Sie markiert den Übergang der Mädchen zur Frau und ist in vielen Gesellschaften Voraussetzung für eine Heirat. Hierzu werden verschiedene scharfe Gegenstände verwendet, der Eingriff erfolgt ohne Betäubung. FGM wird nicht nur in 29 Ländern Afrikas, sondern auch auf der Arabischen Halbinsel und in einigen Ländern Asiens praktiziert. Durch Migration wandert dieser Ritus zunehmend auch nach Europa und Nordamerika.

Schwere Menschen- und Kinderrechtsverletzung

Zum ersten Mal ausgerufen wurde dieser Tag von Frauen am 06. Februar 2003. Initiator war das „Inter-African Committee on Traditional Practices Affecting the Health of Women and Children (IAC)”, um weltweit auf das Problem der Genitalverstümmelung aufmerksam zu machen. Das IAC ist das größte afrikanische Netzwerk, welches sich für Frauen- und Kinderrechte einsetzt und mit Aufklärungskampagnen für die Abschaffung weiblicher Genitalverstümmelung kämpft. Die Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen erklärte 2014 den 06. Februar offiziell zum internationalen Gedenktag. FGM ist eine schwere Menschen- und Kinderrechtsverletzung mit lebenslangen psychischen und physischen Folgen.

Medizinische Versorgung für Frauen In Kenia

Bereits seit mehreren Jahren setzt sich ADRA für Frauen in Kenia ein, die unter den Folgen von Genitalbeschneidung leiden. Neben anderen Erscheinungen erhöht Genitalbeschneidung das Risiko eines Stillstands während der Geburt eines Kindes und begünstigt Geburtsfisteln. In den kenianischen Distrikten Kisii, Nyamira und Homa hilft ADRA betroffenen Frauen mit rekonstruktiver Chirurgie und medizinischer Versorgung. Aufklärung der Gemeinschaften sowie Schulungen von Hebammen, Krankenschwestern und medizinischem Personal tragen zu einem Umdenken in der Gesellschaft bei.