Vergessen kostet Leben! #vergesseneKrisen

Vergessene humanitäre Krisen sind meist langandauernde Krisen mit großem humanitärem Bedarf, der nicht gedeckt wird. Zum einen aufgrund des geringen öffentlichen Interesses, zum anderen weil der Bedarf an humanitären Mitteln weltweit steigt, vorhandene Mittel aber immer knapper werden. ADRA vergisst die Betroffenen solcher Krisen nicht und unterstützt sie auch fernab öffentlicher Aufmerksamkeit.

Südsudan – „Ohne ADRA wäre das nicht möglich gewesen“

Luk Khor Paduil ist 56 Jahre und stammt aus armen Verhältnissen. Er hat sieben Kinder. Während des Bürgerkriegs im Jahr 2013 hat Luk sein gesamtes Vieh, Hab und Gut sowie die Hoffnung verloren, wieder ein normales Leben führen zu können. Er überlebte durch das Sammeln wilder Pflanzen, Fischen und Jagen. Er konnte sich zwar wieder einige Kühe besorgen, aber sie litten unter Krankheiten und gaben kaum Milch.

Um den Hunger langfristig zu besiegen, wird Luk von ADRA bei der Land- und Viehwirtschaft unterstützt. So hat er Wissen zu verbesserten Anbaumethoden sowie zu Tiergesundheit vermittelt bekommen. Seine Kühe sind nun gesund und geben 5 bis 8 Liter Milch am Tag. Sein monatliches Einkommen hat sich damit von 30 auf 450 Sudanesische Pfund vervielfacht. Die Familie hat genug zu essen und es können sogar Vorräte für schlechtere Zeiten angelegt werden. Außerdem kann Luk jetzt auch die Schulgebühren für seine Kinder bezahlen. „Ohne ADRA wäre diese Veränderung nicht möglich gewesen. Dafür bin ich sehr dankbar!“

Jemen - „Berliner Appell – gemeinsam gegen Hungersnot“

Die herrschende Hungersnot ist so gravierend, dass der Jemen in den von Außenminister Gabriel und Entwicklungsminister Müller ausgerufenen „Berliner Appell – gemeinsam gegen Hungersnot“ mit aufgenommen wurde. Hierbei werden die internationale Gemeinschaft, Unternehmen sowie die Zivilgesellschaft dazu aufgerufen, die Arbeit der Hilfsorganisationen gegen die Hungersnot zu unterstützen. ADRA ist mit mobilen medizinischen Teams im Jemen aktiv und hilft den akut betroffenen Menschen.

So auch der kleinen Huda. Das kleine Mädchen stammt aus einer sehr armen Familie. Ihr Vater, einziger Ernährer der Familie, sitzt im Rollstuhl. So leidet Huda unter akuter Unterernährung, als sie dem medizinischen Team vorgestellt wird. Aufgrund ihres akuten Zustandes wird das kleine Mädchen sofort in das Nothilfe-Programm aufgenommen und mit therapeutischer Aufbaunahrung versorgt. Ihr Gesundheitszustand wird wöchentlich kontrolliert und dokumentiert, bis sie nach vier Monaten ihr Normalgewicht erreicht hat. Die Familie sagt: „Wir sind dem medizinischen Team und ADRA sehr dankbar, dass sie unserer Tochter schnell geholfen und sie für vier Monate mit Medizin versorgt haben!“

Ukraine – Überleben im Kriegschaos

Olga und ihre Familie traf der Krieg besonders hart. Als ihr Dorf im Sommer 2014 von der ukrainischen Armee und pro-russischen Streitkräften eingekesselt wurde, fürchtete sie um ihr Leben und das ihrer acht Kinder. Sie erzählt: „Von allen Seiten wurde geschossen und wir hatten keine Chance zu fliehen. Wir hatten Tag und Nacht große Angst. Um uns zu schützen, lebten mein Mann und ich gemeinsam mit unseren Kindern im Keller unseres Hauses.“ Eines Tages traf eine Bombe das Zuhause der zehnköpfigen Familie und zerstörte das Dach. Wochenlang war die Familie der Witterung ausgesetzt. Obwohl das Dach und leichte Schäden innerhalb des Hauses durch ADRA repariert wurden, sind die seelischen Verletzungen der Familie noch immer spürbar. Dennoch kümmert sich Olga tapfer und fürsorglich um ihre Familie: „Ich bin ADRA unendlich dankbar. Ohne die Hilfe würden wir immer noch in einem kaputten Haus leben. Im Winter wird es hier sehr kalt, ohne ein intaktes Dach würden wir erfrieren, denn eine Heizung haben wir nicht.“

Somalia – Bildung macht Frauen stark

Ein somalisches Sprichwort sagt „Wenn du eine Frau bildest, hast du eine gesamte Nation gebildet.“ Das zählt umso mehr für Somalia, das zu den fragilsten Ländern der Welt gehört. Leider wird in Teilen der traditionellen somalischen Gesellschaft die Bildung von Mädchen nach wie vor für nicht notwendig erachtet. Oftmals ist es wichtiger, dass sie den Haushalt unterstützen und früh heiraten. Somit sind die meisten Frauen Analphabeten. Deswegen bietet ADRA Alphabetisierungskurse und Ausbildungsmöglichkeiten für junge Frauen an.

Eine von ihnen ist Khadra Abdullahi Dirie. Khadra hat nicht einmal die erste Klasse besucht. Stattdessen erwarteten ihre Eltern, dass sie sich um den Haushalt und ihre vier Geschwister kümmert. Im Alter von 14 Jahren wurde sie dann mit einem viel älteren Mann verheiratet. Jetzt hat sie selbst sieben Kinder und hat in einem der von ADRA unterstützen Ausbildungszentren einen Schneiderkurs belegt, den sie fast abschlossen hat. Jetzt ist sie auf der Suche nach einem geeigneten Ort, an dem sie ihren eigenen Laden eröffnen kann.

Spenden Sie für die Menschen, die tagtäglich um ihr Überleben kämpfen unter dem Stichwort „Vergessene Krisen". > Zum Online-Spendenformular