Null Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung

Jedes Jahr werden drei Millionen Mädchen verstümmelt. Die Anzahl der Genitalbeschneidungen nimmt infolge von Migration und Globalisierung auch in Deutschland immer mehr zu. Dabei ist dieser Eingriff in Europa eine schwere Menschenrechtsverletzung. Der internationale Tag Null Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung macht auf das Leid der Betroffenen aufmerksam.

Weibliche Genitalverstümmelung (engl. Female Genital Mutilation, FMG) umfasst alle Praktiken, bei denen die äußerlichen Geschlechtsteile teilweise oder ganz entfernt werden. Beschneidungen finden vorwiegend in Afrika statt, aber auch im Nahen Osten und in Südostasien. Der Eingriff erfolgt in der Regel ohne Betäubung und wird mit unsterilen Hilfsmitteln wie Messern, Glasscherben oder Rasierklingen durchgeführt. Die Folgen sind ein Leben mit schweren seelischen und körperlichen Qualen. Jedes dritte Mädchen stirbt.

ADRA hilft Betroffenen in Kenia

Im Süden Kenias bietet das Bildungs- und Rehabilitationszentrum Kajiado 160 Massai-Mädchen Schutz vor Beschneidung und Zwangsheirat. Hier finden sie ein sicheres Zuhause und können die Schule besuchen. Das stärkt die Mädchen auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben. Mit rekonstruktiver Chirurgie und medizinischer Versorgung hilft ADRA Frauen aus den Distrikten Kisii, Nyamira und Homa, die unter Folgen der Genitalverstümmelung leiden. Neben vielen Nebenwirkungen erhöht FGM das Risiko eines Geburtsstillstandes und damit der Bildung von Fisteln. Infektionen, Inkontinenz und soziale Ausgrenzung sind die Folgen. Aufklärungsarbeit innerhalb der Projekte fördert die Sensibilisierung der Dorfgemeinschaften für das tabuisierte Thema FGM.