Humanitäre Nothilfe für geflüchtete Rohingya

Seit August sind etwa 800.000 Rohingya auf der Flucht aus Myanmar, mehr als die Hälfte davon sind Frauen und Kinder. Die Rohingya sind eine muslimische Minderheit im vorwiegend buddhistischen Myanmar. Ihr Alltag ist von Unterdrückung, Gewalt und Diskriminierung bedroht. Der jahrzehntealte Konflikt entwickelt sich jetzt zu einer humanitären Katastrophe, die Flüchtlingscamps sind überfüllt und die Hilfsgüter bleiben aus.

In Myanmar leben zirka 87 Prozent Buddhisten, etwa sechs Prozent Christen und vier Prozent Muslime. Die Muslime leben mehrheitlich in Rakhine State, im Norden Myanmars. Seit 1982 gelten sie als Staatenlose. Sie werden von der Regierung nicht als ethnische Volksgruppe anerkannt, haben keine Papiere, dürfen nicht ausreisen und kein Land erwerben. Die Kinder haben kein Anrecht auf Bildung. Von der UN werden die Rohingya als die am stärksten verfolgte Minderheit der Welt eingestuft.

ADRA ist in Bangladesch aktiv

Viele der vertriebenen Rohingya haben einen 14-tägigen Fußmarsch hinter sich, sind erschöpft und leiden Hunger. In Bangladesch sind sie in Sicherheit, aber es fehlt ihnen am Nötigsten. Die Flüchtlingscamps sind überfüllt und bieten etlichen keine Unterkunft. Zudem erschwert der Monsunregen den Zugang zu den Camps für die Geflüchteten, die Helfer und Hilfsgüter. Die Lage ist bedrohlich, denn die Menschen sind dem Starkregen schutzlos ausgeliefert und die Sorge vor Krankheiten wächst. ADRA unterstützt Geflüchtete in zwei Flüchtlingscamps, um die Grundbedürfnisse nach Schutz, Nahrung und sauberem Trinkwasser zu stillen. ADRA versorgt die Betroffenen mit Schlafmatten, Plastikplanen, Hygiene-Kits, Moskitonetzen, Kleidung und Grundausstattung zum Kochen für die Familien.