Gemeinsame Werte für eine friedlichere Welt

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.“ Das besagt Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Der internationale Tag der Menschenrechte am 10. Dezember erinnert an die dreißig Artikel der Menschenrechtscharta und deren Wichtigkeit.

Eleanor Roosevelt, Witwe des verstorbenen US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt und Vorsitzende der Gründungskommission, verkündete die Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948 in Paris. Die Barbarei des Zweiten Weltkrieges mit über 55 Millionen Toten in Europa und Fernost, der Holocaust in Deutschland und die Atombombenabwürfe über Japan hatten die ganze Welt erschüttert und zu der Einsicht geführt, dass sich so etwas nicht wiederholen dürfte. Da der Völkerbund als internationaler Friedenswächter gescheitert war, unterzeichneten 50 Staaten am 26. Juni 1945 die Charta der Vereinten Nationen. Ziel war nicht weniger als eine friedlichere und gerechtere Welt. Ein gemeinsamer Wertekatalog sollte die Grundlage dafür schaffen.

Vertreter aus 18 Staaten, darunter der Franzose René Cassin, der Libanese Charles Malik, der Chinese Peng Chung Chang und der Kanadier John Humphrey arbeiteten fast zwei Jahre lang an dem Papier. Mit der Mischung wollte man sicherstellen, dass nicht nur westliche Ideen in die Erklärung einfließen. Die sozialistischen Staaten drängten beispielsweise darauf, neben den Freiheitsrechten auch wirtschaftliche und soziale Rechte aufzunehmen. Die komplette Allgemeine Erklärung der Menschenrechte finden Sie hier.

Eine klare Mehrheit für die Erklärung der Menschenrechte

Als unveräußerliche Rechte des Menschen sind das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit, sowie das Verbot von Sklaverei und Folter festgehalten. Ebenso wie Gedanken- und Glaubensfreiheit, das Recht auf freie Meinungsäußerung, Bildung, Arbeit, Gesundheit und Wohlbefinden. Einklagbar sind diese Rechte jedoch nicht. In Zeiten, in denen sich Ost und West frostig gegenüberstanden, war es eine bereits eine historische Leistung sich überhaupt auf eine gemeinsame Rechtsauffassung zu verständigen. Mit 48 Ja-Stimmen, keiner Gegenstimme und acht Enthaltungen trat die Erklärung schließlich in Kraft. Die Sowjetunion, Ukraine, Weißrussland, Polen, die CSSR, Jugoslawien, Saudi-Arabien und Südafrika hatten sich enthalten.

Heute gehören den Vereinten Nationen 193 Mitglieder an, die sich formell der Menschenrechtserklärung verpflichtet haben. Doch politische, religiöse oder strategische Interessen führen immer wieder zu ihrer Missachtung. Dennoch - allein die Existenz der Charta ist ein Erfolg. Zahlreiche Organisationen setzen sich für ihre Durchsetzung ein. So hilft beispielsweise ADRA weltweit - ohne Ansehen von ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter oder sexueller Identität. Über 100 Projekte unterstützt ADRA derzeit auf der ganzen Welt – damit immer mehr Menschen in Freiheit und gleich an Würde und Rechten leben können.