Extreme Hungersnot in Afrika hält an

Die schlimmste Dürre seit 60 Jahren bedroht inzwischen fast 25 Millionen Menschen. Sehr ernst ist die Lage im Jemen, in Äthiopien, Kenia, Nigeria, Somalia und im Südsudan, inzwischen aber auch in Teilen Ugandas und im Tschad. ADRA ist gegen den Hunger mit Lebensmitteln, Wasser, Saatgut und medizinischer Versorgung aktiv.

Der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier appellierte bereits im Juni an Bürger, für die Notleidenden in Ostafrika und im Jemen zu spenden. Diesem Aufruf sind viele gefolgt. Herzlichen Dank an alle Spender! Doch die Situation der Notleidenden hält an! Schon das dritte Jahr in Folge sind weite Teile Afrikas von extremer Dürre betroffen. Die Regenzeiten fielen zu gering aus oder sind vollständig ausgeblieben. Ernteausfälle und Verendung der Weidetiere sind die Folgen. Die Menschen haben ihre Lebensgrundlage verloren. Eine weitere Ursache sind die anhaltenden Bürgerkriege im Südsudan und in Somalia und gewalttätige Auseinandersetzungen in der Region am Tschadsee. Das Bestellen der Felder ist für die Zivilbevölkerung fast unmöglich, viele fliehen in benachbarte Gebiete und sind dort auf Unterstützung angewiesen. In Nigeria sind aufgrund kriegerischer Unruhen etwa 4,5 Millionen auf der Flucht und von Nahrungsmittelhilfen abhängig.

ADRA hilft vor Ort

ADRA hilft der Bevölkerung in der Afar-Region Äthiopiens, im Osten Kenias, im Südwesten Somalias, in Nigeria und im Jemen akut in der Hungersnot und unterstützt sie langfristig dabei, die Widerstandskraft gegen den Klimawandel zu erhöhen. Mit Wiederaufforstungen und Pflanzungen von Sträuchern wird die Bodensituation verbessert und der Austrocknung entgegengewirkt. Das Anlegen von Deichen und Wasserrückhaltebecken schützt vor Überschwemmung der Felder und sammelt gleichzeitig Regenwasser zur gezielten Bewässerung. Die Umstellung auf klimaresistentes Saatgut trägt zur Ernährungssicherung bei.

In Kenia leiden 73.000 Kinder und 40.000 Schwangere an akuter Unterernährung, das ist eine Steigerung von 20 Prozent zu 2016. ADRA gewährleistet im Mädchenheim Kajiado die Versorgung mit täglichen Mahlzeiten. Diese Einrichtung bietet Mädchen vor Zwangsverheiratung und Genitalverstümmelung (FGM) Schutz, hier könne sie wohnen und die Schule besuchen. ADRA führt in der Region Aufklärungskampagnen gegen weibliche Genitalverstümmelung durch und unterstützt die Mädchen, sicher in ihre Familien zurückkehren zu können.

ADRA vermittelt in Äthiopien Kenntnisse über neue Agrartechniken, geeignetes Saatgut für klimaangepasste Obst-, Gemüse- und Getreidesorten sowie effektive Pflanzenschutzmethoden. Damit können die Erträge um 50 Prozent gesteigert werden und die Familien erhalten ganzjährig eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung.

1200 Haushalte von zurückgekehrten Vertriebenen in Nigeria erhalten von ADRA Lebensmittelpakete und Lebensmittelgutscheine, um ihre Ernährung zu sichern. Trainings zu Hygiene- und Ernährungsthemen sowie zur Prävention von Gewalt werden gut angenommen.

Aufgrund der lang anhaltenden Dürre haben mehr als 615.000 Menschen seit November 2016 Somalia verlassen und suchen in Äthiopien Zuflucht. Die UN schätzt die Zahl der akut unterernährten Flüchtlingskinder auf 75 Prozent. 1,5 Millionen Somalis sind auf der Suche nach Nahrung und Wasser als Vertriebene im eigenen Land unterwegs. Wasser aus unsauberen Quellen und Flüssen löschen den Durst, bergen jedoch viele Gefahren. ADRA versorgt in Somalia 1800 Haushalte mit sauberem Trinkwasser und Lebensmitteln, um die akute Not zu lindern. Schulungen über Hygiene und Krankheitsvorbeugung verhindern, dass sich Krankheiten über verunreinigtes Wasser ausbreiten.

Der Hunger in Afrika breitet sich immer weiter aus, während sich die Mittel der Hilfsorganisationen erschöpfen. 
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