Erneutes Erdbeben erschüttert Mexiko

Und wieder bebt die Erde in Mexiko – diesmal nahe der Hauptstadt des Landes. Nach aktuellem Erkenntnisstand sind bei dem zweiten Beben mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen, viele werden derzeit noch unter Trümmer vermutet. Rund 40 Gebäude stürzten alleine in Mexiko-Stadt ein, Millionen Haushalte waren dort zeitweise ohne Strom. Das Epizentrum des Erdbebens mit der Stärke 7,1 lag im Bundesstaat Puebla. Erst vor zwei Wochen hatte ein Erdbeben der Stärke 8,2 die Pazifikküste getroffen – fast 100 Menschen kamen dabei ums Leben.

ADRA-Soforthilfekoordinatorin Viridiana Corral Martínez kommt aus Mexiko-Stadt und hat von den Eindrücken ihrer Freunde, Familie und Kollegen vor Ort berichtet.

Mitarbeiter von ADRA Mexiko sind vor Ort, um sich ein Bild vom Ausmaß der Zerstörung zu machen.

Viridiana, wie erleben die Menschen in Mexiko-Stadt die Situation?
„Wer in diesem Land lebt, weiß, dass immer ein Erbeben kommen kann – es gibt quasi jeden Tag kleinere Erschütterungen. Aber das heute war anders: Im Haus meiner Familie sind Gott sei Dank nur die Fenster geborsten. Aber in demselben Stadtviertel sind Häuser eingestürzt. Es hätte auch ihres treffen können.
Man denkt, dass eine Stadt, in der die Erde so oft bebt, so einer Situation standhalten kann – aber es sind auch stabile Gebäude kaputtgegangen.
Die Menschen haben jetzt sehr viel Angst wegen möglichen Nachbeben.“

Wie ist der Alltag heute, gehen die Leute wieder zur Arbeit?
„Nein, die Leute sind aufgerufen, nicht zur Arbeit zu gehen. Deswegen fahren zum Beispiel die öffentlichen Verkehrsmittel nicht. Auch die Kinder gehen nicht zur Schule. Es ist etwas chaotisch gerade. Auch das Telefonnetz funktioniert nicht – ich bin mit meinen Freunden und meiner Familie über WhatsApp in Kontakt.“

Ist es seltsam, als ADRA-Mitarbeiterin in der Nothilfe jetzt zu sehen, wie auf einmal die eigene Heimatstadt betroffen ist?
„Nicht seltsam, aber ich weiß ja, dass es immer wieder Nachbeben gibt, das macht mir Sorgen. Denn das Beben ging nur zwei Minuten und hat so viel Schaden angerichtet. Man weiß ja auch nicht, wo es demnächst in der Gegend noch weitere Beben geben wird, wir müssen als ADRA bereit sein dafür.
Weil ich bei ADRA in der Nothilfe-Abteilung arbeite, kann ich meinem Land besser helfen – ADRA hat eine weltweite Präsenz, damit können wir Mexiko unterstützen.“