Einsatz für Menschen in Not - Welttag der humanitären Hilfe

Humanitäre Helfer sind die Rettungssanitäter der Welt. Sie sind die ersten, die vor Ort sind und den Betroffenen zur Seite stehen. Sie bringen das Lebensnotwendige in schwer zugängliche Gebiete, manchmal unter Einsatz ihres eigenen Lebens. Über 100 Millionen Menschen weltweit benötigen humanitäre Hilfe. Seit 2009 wird am 19. August dem humanitären Engagement gedacht sowie der Helfer, die bei Einsätzen ihr Leben verloren haben.

Humanitäre Helfer riskieren häufig für andere Menschen ihr Leben. Foto: ADH/Zanettini

Anlass der Vereinten Nationen, diesen jährlichen Gedenktag auszurufen, war der Bombenanschlag am 19. August 2003 auf das UN-Hauptquartier in Bagdad. Damals kamen 22 Mitarbeiter ums Leben und über 100 Personen wurden verletzt. Seit Gründung der Vereinten Nationen 1945 ist im Artikel 1 der UN-Charta die humanitäre Hilfe als Grundsatz der Menschlichkeit fest verankert. Naturkatastrophen, Epidemien und bewaffnete Konflikte überfordern den Einzelnen, das Dorf und manchmal den gesamten Staat. International tätige Hilfsorganisationen geben Menschen in Not Hoffnung und unterstützen sie, schwere Verluste und Schicksalsschläge zu überstehen. 

Das eigene Leben riskieren

Not- und Entwicklungshelfer sind immer mehr mit kaum kontrollierbaren und gefährlichen Lebensbedingungen konfrontiert. Sie müssen allerlei Hürden auf sich nehmen, um die von Krisen Betroffenen zu unterstützen. Angriffe auf sie haben zugenommen, dabei ist ihr Engagement so wichtig wie nie zuvor: Weltweit waren im vergangenen Jahr über 164 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Verschiedene Phasen der Hilfe

In einer akuten Krise zählt jede Minute. Die kurzfristige Nothilfe soll schnell zu den Betroffenen gelangen, um das Überleben zu sichern. Im Vordergrund stehen Schutzmaßnahmen für die Menschen vor Ort, die Versorgung der Menschen mit Nahrung und sauberem Trinkwasser sowie medizinische und psychosoziale Behandlung. Als mittelfristige Hilfe gelten Maßnahmen des Wiederaufbaus und der Rehabilitation, wie Instandsetzung von Sanitär- und Wasseranlagen und Reparaturen von Straßen, Brücken und Häusern. Die Stärkung der betroffenen Bevölkerung zu Selbsthilfe ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt. In der langfristigen Hilfe der Entwicklungszusammenarbeit werden die Lebensbedingungen der Menschen nachhaltig verbessert. Im Fokus steht hier die Partizipation der Menschen vor Ort, bei der Planung und auch der Umsetzung der Maßnahmen. Katastrophenvorsorgepläne sind miteingeschlossen.

Einsatz von ADRA bei Katastrophen

ADRA hilft in der aktuellen Hungersnot den betroffenen Ländern Jemen, Äthiopien, Kenia, Somalia und dem Südsudan mit verschiedenen kurz- und mittelfristigen Maßnahmen. Diese sind zum Beispiel Verteilung von Trinkwasser, Lebensmitteln und Saatgut, Hygiene- und Sanitärversorgung gegen das Ausbreiten von Krankheiten oder der Einsatz von mobilen medizinischen Fachkräfteteams. Geflüchtete Menschen unterstützt ADRA derzeit mitunter in der Ukraine, in Griechenland und im Norden Nigerias. Flüchtlinge, die nach Deutschland gekommen sind, werden in verschiedenen Integrationsprojekten bundesweit ehrenamtlich betreut. Nach Naturkatastrophen wie Erdbeben, Wirbelstürmen und Überschwemmungen kann ADRA dank seines weltweiten Netzwerkes mit über 130 eigenständigen Länderbüros sofort tätig werden.