Drei Jahre nach Taifun Haiyan

Am 2. November 2013 wurden die Philippinen vom Taifun Haiyan verwüstet. Mit Windstärken bis zu 380 km pro Stunde traf der Taifun auf den Inselstaat und zerstörte viele Existenzen. ADRA unterstützt die Betroffenen in einem vierjährigen Projekt, ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber zukünftigen Katastrophen zu stärken.

„Haiyan" ist chinesisch und bedeutet Sturmvogel. Den Medienberichten zufolge ist diese Bezeichnung jedoch viel zu harmlos. Der Taifun galt als stärkster Wirbelsturm, der je die Philippinen getroffen hat. Fünf Meter hohe Wellen schob der Sturm vor sich her. Eine riesige Flutwelle spülte an Land. Zusätzlich führte Starkregen zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Durch herumfliegende Gegenstände und Gebäudeteile wurden viele Menschen verletzt. 6.340 Todesopfer sind zu betrauern. 4,1 Millionen Menschen haben ihr Zuhause verloren. Laut UN-Angaben wurden insgesamt von dieser Katastrophe 14,1 Millionen Filipinos getroffen und geschädigt. Die Philippinen sind eines der am stärksten von Naturkatastrophen bedrohten Länder der Welt. Jedes Jahr wird der Inselstaat rund 20 Mal von Taifunen heimgesucht. Das erschwert die Wiederaufbauarbeiten enorm. Zudem haben die Bauern die Folgen noch Jahre später zu tragen. Auf den verschlammten und versalzenen Feldern geht die Ernte nicht auf. Es gibt tausende Kokosnussbauern, deren Existenzgrundlage auf viele Jahre zerstört ist. 33 Millionen Kokospalmen sind umgeknickt. Es braucht Jahre, bis die Palmen wieder erste Nüsse tragen und Erträge für die Bauern bringen.

Maßnahmen von ADRA geben Hoffnung

ADRA ist auf der Insel Panay in den Bezirken Ajuy, Conception und Estancia aktiv. Panay gehört zu den elf größten der insgesamt 7.107 Inseln der Philippinen. In 60 Kommunen werden gemeinsam mit der Bevölkerung Nothilfeprogramme entwickelt, um in zukünftigen Katastrophenfällen schnell reagieren und die Menschen besser schützen zu können. Dazu werden Schulungen und Workshops durchgeführt, mit Simulationen und Übungen für den Ernstfall. Außerdem werden Frühwarnsysteme ausgebaut. „Die Maßnahmen sind sehr gut angelaufen", berichtet Anna Krikun, Regionalkoordinatorin für Südostasien und Pazifik. „Seit 1,5 Jahren läuft nun das Projekt. Themen der Schulungen sind beispielsweise Fischvermarktung, Bildung von Schutzgebieten zur nachhaltigen Fischerei oder Küstenbepflanzung und Küstenschutz. Im letzten Jahr sind auch weitere Frühwarnsysteme installiert worden. Die Maßnahmen geben all jenen Menschen Hoffnung, deren Häuser, Felder und Besitz von Haiyan zerstört wurden."  Ziel ist es, dass die Geschädigten wieder eine Lebensgrundlage bekommen. Das geschieht auch durch Stärkung der Einkommen. ADRA unterstützt die Verbesserung der Arbeitsschritte von der Produktion bis zum Verkauf. Durch die Vermittlung von Wissen über neue Technologien und Techniken soll die Produktion erhöht werden. Ein wichtiger Aspekt dabei ist, dass die landwirtschaftlichen Anbaumethoden nachhaltig und klimaresistent verändert werden. Damit sollen die Folgen zukünftiger Naturkatastrophen reduziert werden und die Menschen lernen, besser mit  klimatischen Schwankungen umgehen zu können. Die stärksten Auswirkungen treffen immer die ärmsten Bevölkerungsgruppen. Für sie ist es besonders schwer, die Folgen aus eigener Kraft zu bewältigen. Darum ist es wichtig, dieses umfassende Projekt fortzuführen. Denn neben Frühwarnsystemen und Präventionsmaßnahmen können einkommenssteigernde Maßnahmen der Bevölkerung den Umgang mit Klimakatastrophen erleichtern.