ADRA bekämpft Mangelernährung von Kindern in Kambodscha

Kambodscha zählt zu den ärmsten Ländern Südasiens. Für 80 Prozent der Bevölkerung bildet Landwirtschaft die Lebensgrundlage. Inflation und extreme klimatische Bedingungen belasten jedoch die Lebensmittelressourcen und damit auch die Gesundheit der Menschen. Anna Krikun, Koordinatorin für die Region Südostasien & Pazifik, erzählt wie ADRA dabei hilft, die Mangelernährung im Trapeang Prasat Distrikt zu bekämpfen.

Mit welchen Problemen haben die Menschen im ländlichen Kambodscha zu kämpfen?

Ein großes Problem im ländlichen Kambodscha stellt die Mangelernährung durch einseitige Nahrungsmittel, vorwiegend Reis, dar. Kinder benötigen besonders in den ersten Lebensjahren eine ausgewogene Ernährung, um sich gut zu entwickeln. Grund für diese Mangelernährung ist einerseits, dass sich die Eltern keine ausgewogene Ernährung leisten können, andererseits fehlt ihnen aber auch das Wissen darüber. Die einseitigen Ernährungsgewohnheiten sowie schlechte Wasserqualität und daraus resultierende mangelnde Hygiene führen bei den Kindern zu Durchfallerkrankungen sowie anderen schweren Krankheiten. 

Spielt der Klimawandel auch eine Rolle?

Ja, der Klimawandel trägt vor allem in Südostasien zunehmend zu Armut und Mangelernährung bei. Starke Überschwemmungen und wiederkehrende lange Dürren führen dazu, dass die bisher angepflanzten Feldfrüchte nicht mehr wachsen und Böden unfruchtbar werden. Es gibt kaum mehr eine klare Abgrenzung zwischen Trocken- und Regenzeit, was der natürlichen Vegetation zu schaffen macht.

Wie hilft ADRA dabei, die Ernährungssituation zu verbessern?

Als wichtigste Maßnahme finden Schulungen mit Müttern mangelernährter Kinder statt, in deren Rahmen kindergerechte Ernährung thematisiert und ausgewogen gekocht wird. Das Kinderwachstum wird während der Treffen kontrolliert und die Fortschritte werden dokumentiert.

Damit die Mütter ihre Kinder ausgewogen ernähren können, unterstützt ADRA sie in der Landwirtschaft. So fördert ADRA die Umstellung auf klimaangepasste Feldfrüchte und die Ausweitung des Anbaus auf vitamin- und eiweißreiche Nahrungsmittel wie Gemüse, Sojabohnen und Hülsenfrüchte. Hierzu werden Saatgut und Setzlinge verteilt und Schulungen durchgeführt. In den Küstengebieten spielt auch die Einführung von Fischfangtechniken eine Rolle. Außerdem erhalten die Familien Vieh und Hühner sowie Weiterbildungen für Zucht und Vermarktung, um das Einkommen zu erhöhen. Das gestiegene Einkommen führt zusätzlich zu einer besseren Ernährungssicherheit.

Ein weiterer wichtiger Faktor für das Wohlergehen der Kinder ist sauberes Wasser. ADRA subventioniert Wasserfilter und führt Sensibilisierungskampagnen zu Wassersicherheit und Hygiene durch.

Welche Herausforderungen stellen sich in diesem Projekt?

Es ist immer eine Herausforderung, Menschen davon zu überzeugen, dass sie aufgrund der veränderten Umweltbedingungen ihre Lebensumstände verändern müssen. Die Veränderung von Ernährungsgewohnheiten stellt für jeden Menschen einen weitreichenden Einschnitt dar und benötigt Zeit.

Wie wird Nachhaltigkeit des Projekts sichergestellt?

Zur Sicherung von Basiskompetenzen werden lokale Vertreter ernannt, die weitere Trainings und Mentoring erhalten und für die Unterstützung der kommunalen Entwicklungsplanung ausgebildet werden. Sie dienen als Ansprechpartner für ihre Dörfer in allen Fragen rund um Ernährung, Gesundheit und Einkommensgenerierung.

Und nicht zuletzt werden die Kinder durch die verbesserte Landwirtschaft und das erhöhte Einkommen gut ernährt, entwickeln sich positiv und erbringen bessere Leistungen in der Schule. Somit wächst eine gesündere und gut ausgebildete Generation heran, die ihre Gemeinschaft positiv weiterentwickeln kann.

Anna Krikun, Regionalkoordinatorin Südostasien & Pazifik

Dieses Projekt wird durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unterstützt.